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one car one mission
Endlich wieder ein warmes Bett... - 24/07/04, 15:13 in Seaton
Endlich wieder ein warmes Bett...

...haben wir in Seaton gefunden. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg:
22.07.2004
23.07.2004

22.07.2004
Besagter Campinglatz war eine ganz schöne Qual für unsere Heringe. Die Engländer scheinen ihre Zelte nicht so tief in der Erde zu befestigen. Aber immerhin ein halbwegs ruhiges Plätzchen zum Schlafen.
Am nächsten Morgen haben wir Salesbury verlassen, und uns Richtung Stonehenge aufgemacht. Auf dem Weg dorthin lag noch ein Camping-Equipment Laden, bei dem wir ein 'Hook-up Cable' erstanden, mit dem man auf Campingplätzen Strom bekommt. Das war aber nicht mehr vorrätig, weshalb der nette Mann eines aus einem Caravan für uns herrausriss. Schade nur, dass der nötige Adapter für eine normale Steckdose ebenfalls nicht mehr vorrätig war. Jetzt haben wir zwar das Kabel, aber immer noch keinen Strom.
Diesen ersten Streckenabschnitt hat 8tImER übrigens mit Bravur gemeistert.
Gut 15km weiter kamen wir dann zum Stonehenge. Jede Menge Touristen und ein Parkplatz für £ 2. Da wir aber in Dover "English Heritage" beigetreten waren, mussten wir weder für den Parkplatz, noch für die Eintrittskarten bezahlen. Mal eben £ 11 gespart.
Stonehenge läßt sich eigentlich mit wenigen Worten beschreiben. Ein paar Steine die in einem Kreis stehen. Drumrum ein eingezäunter Weg, und das alles umgeben von zwei Straßen. Nicht zu vergessen natürlich der Haufen Touristen. Man kann schon sagen, dass Stonehenge die wohl am meißten frequentierte Sehenswürdigkeit in ganz England ist.
Als wir genug gesehen hatten, überlegten wir, wohin wir als nächstes fahren sollten. Weymouth war unser generelles Ziel für diesen Tag, also hielten wir nach English Heritage Sights in der Umgebung ausschau.
Was wir auf der Karte fanden war eine Burg mit dem Namen "Old Wardour Castle". Den Weg zu den Wegweisern fanden wir recht schnell, wenn auch er durch einige Dörfer führte, die eigentlich zu klein waren, um als Dorf bezeichnet werden zu können. Der Beschilderung folgend fuhren wir eine etwa 2km lange einspurige Straße den Berg rauf und wieder runter (mehrfach). Da waren auch noch einige Kurven, aber wir haben sie nicht gezählt. Das ganze kam wie all zu oft einer kleinen Achterbahnfahrt oder einer Serpentienenstrecke gleich.
Aber es hat sich gelohnt. Bei der Burg handelt es sich eigentlich um eine Burgruine, die mehrere hundert Jahre alt ist. Sehr romantisch. Und natürlich freier Eintritt für English Heritage Members.
Man konnte die gesammte Ruine begehen und sogar bis auf die letzten Reste der höchsten Türme klettern. Das war schon sehr beeindruckend. Die Burg wurde übrigens auch als Drehort für "Robin Hood - König der Diebe" (1991) mit Kevin Costner benutzt. Wie wir später erfuhren, stellte es im Film die Ruine von Sir Robin Loxley's Schloss da, in der er zu Beginn seinen aufgehängten Vater findet, da. Der hing aber als wir da herumliefen leider nicht mehr ;).
Es ging inzwischen Richtung Abend und wir machten uns wieder auf den Weg Richtung Weymouth. Unterwegs fanden wir noch eine Jugendherberge, die aber - wie konnte es auch anders sein - ausgebucht war. Man empfahl uns einen Campingplatz kurz vor Weymouth. Wir machten uns also auf die Suche nach diesem Campingplatz. Dabei durchfuhren wir ein Gebiet, in dem Schilder mit der Aufschrift "Sudden Gunfire" standen. Hmm. Die Briten sind zuweilen doch etwas eigen was ihr Militär angeht. Bauen einfach so einen Panzerübungsplatz mitten in die schönste Landschaft. Gunfire haben wir aber keins erlebt.
Kurz vor Weymouth fanden wir einen Campingplatz, auf dem wir für £ 10 unser Zelt aufbauten. Strom gab es da überhaupt nicht und der Platz wirkte insgesammt etwas suspekt. Von dort aus ging es dann in die Stadt.
Das erste Ziel war der Supermarkt ASDA, wo wir unsere Nahrungsreserven auffrischten. Zum Glück kennen wir uns in Weymouth beide ein bisschen aus, da wir bereits zwei mal dort waren. Als nächstes stand Abendessen auf dem Programm. Vorher noch kurz ein Abstecher zum Kino, Karten kaufen, und dann auf Nahrungssuche. Wir entschieden uns für einen Japaner. Das Essen war sehr gut, aber wir mussten lange warten, was letztendlich dazu führte, dass wir verpassten wie (Vorsicht Spoiler!) Peter den Auftrag, die Pizzas pünktlich abzuliefern, bekommt.
Englisches Kino ist so anders als deutsches. Man kann sich selbst aussuchen, wo man sitzen will, und die Sähle sind viel kleiner.
Nach dem Kino ging es auf die Suche nach einem Internetzugang, den wir letztendlich auch fanden... Dann 'nach Hause' und schlafen.

23.07.2004
Nach einer ziemlich windigen Nacht ging es in eine sehr enge und unattraktive Dusche, die ich mir mit einer Spinne teilen musste. Immerhin gab es warmes Wasser, und was nicht tötet, härtet ja bekanntlich ab. Eigentlich hatten wir vor, etwas zum Frühstück zu besorgen, doch dazu kam es nie.
Spontan wie wir nunmal so sind, fuhren wir erst bei unserer alten Gastfamilie vorbei, um zu sehen, ob es diese noch gab. Man erkannte uns fast sofort wieder und wir wurden hereingebeten. Eine unerwartete, aber sehr herzliche Begrüßung. Die beiden Renter waren sehr erfreut, uns wiederzusehen und nach einer gut zweistündigen Unterhaltung lud man uns zum Dinner ein. Das konnten wir natürlich nicht ausschlagen. Sie rieten uns außerdem, Portland anzusehen, da es da eine ganz wunderbare Aussicht gäbe, die an einem so schönen Tag noch schöner als sonst sei.
Wir fuhren also nach Portland, eine kleine, mit dem Festland verbundene Insel direkt neben Weymouth. Unterwegs hielten wir noch, um zu frühstücken. Vieleicht etwas spät um 14.30h, aber besser spät als nie.
Portland besteht zum größten Teil aus Steinen. Es wirkt fast wie ein riesiger Fels. Selbiger wird an vielen Stellen abgebaut und vor Ort zu Häusern verarbeitet. Fast jedes Haus hat eine nette Steinfassade.
Am ersten Aussichtspunkt wurde erst einmal gegessen und die Aussicht genossen. Dann ging es weiter nach Portland Bill, der schönsten Stelle in Portland. Steilklippen. Wir sind ein bisschen darauf herumgekraxelt und haben ein paar nette Fotos gemacht. Dann wurde es auch schon wieder Zeit, aufzubrechen, da wir ja pünktlich zum Abendessen kommen mußten. Die Portlander Jugendherberge, die wir noch kurz aufsuchten, hatte natürlich keinen Platz mehr für uns. Nummer drei.
Das Abendessen war... reichlich. Und es hat meine Meinung über englisches Essen noch einmal gründlich geändert. Das war das beste Essen seitdem wir hier sind. Fisch, Pizza, Pommes, Nudeln in Käsesoße, Erbsen, Salat und Brot.
Gerade als wir mit Essen fertig waren, kam der aktuelle Gast der Familie nach Hause. Ein deutscher Busfahrer aus Leipzig. Und er brachte auch gleich seinen Bus mit. Wir zeigten noch unsere Fotos und unterhielten uns ein Weilchen. Dann machten wir uns auf den Weg. Wir kamen aber nicht drumrum, einen kritischen Blick in den Bus, der normalerweise mit 50 17 bis 18 jährigen Deutschen bevölkert ist, zu werfen, die laut Fahrer einen Haufen Dreck hinterlassen und sich wie zwöfjährige benehmen. Wir sprachen dann noch ein bisschen mit dem Fahrer, verabschiedeten uns von unserer Familie, und fuhren dann Richtung Westen, frei nach dem Motto "Wherever the road takes us".
Ein paar hübsche Küstendörfer weiter wollten wir dann eigentlich langsam einen Schlafplatz finden, was sich aber als schwieriger herausstellte, als wir gedacht hatten. Entweder gab es keine, oder sie waren alle belegt. £ 75 für ein Zimmer im Hotel wollten wir auch nicht bezahlen. Das fürte dazu, dass wir zwei Stunden durch mehrere Orte irrten. In Seaton fanden wir nach einem langen Hin und Her schließlich die Touristeninformation, an deren Tür sich eine Liste mit B&Bs befand. Die wurde teilweise in den Routenplaner übernommen. Währenddessen wurde unser Verdacht, dass Endlische Jugendliche echt einen an der Waffel haben müssen, weiter verschärft. Fuhr doch ein tiefergelegter weißer Citroën an uns vorbei, unter dem es in einem satten Blau herausleuchtete. Wir vermuteten, es würden sich mehrere zu einem illegalen Strassenrennen treffen, aber das war leider nicht der Fall.
Beim Abklappern der Bed and Breakfasts hatten wir wenig Erfolg. Nach dem vierten fragten wir einen Polizisten, ob er uns weiterhelfen könne. Wir unterbrachen ihn dabei, wie er grade drei jungen Damen, die offenbar noch minderjährig waren, erklärte, dass sie keinen Alkohol trinken dürfen. Er wies sie an, kurz zu warten und teilte uns bereitwillig mit, wo es noch was geben könte, dass es aber um kurz vor 12 eher unwarscheinlich sei, noch etwas zu finden.
Nach einem weiteren Misserfolg fanden wir schließlich die "Bruce Lodge". Der Eigentümer war so großzügig, uns ein Zimmer, dass bereits für die nächste Nacht hergerichtet war, zur Verfügung zu stellen.
Ein Doppelbett, ein großes Bad mit Badewanne, Teppich und ordentlicher Einrichtung, wie es in einem Wohnhaus üblich ist.
Jetzt liege ich also in Seaton in einem gemütlichen warmen Bett, vollgefressen mit gutem Englischem Essen, und schreibe diesen Text. Ich weiss zwar noch nicht, wann wir ihn hochladen können, aber das dürfte sicherlich recht bald erfolgen, da wir in letzter Zeit sogar in kleinen Dörfern Internetzugänge gesehen haben.

Simbabque
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Kommentare:
 iZo  am 27.07. um 09:46
meine fresse. ich ueberlege echt immer ob ich mir diese langen texte antue :P ich habs halt mal wieder getan :p

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simbabque: +44 7821 741093
8tImER: +44 7821 741108
Das sind englische Prepaid-Karten. Der Anruf kostet also nur Euch was. :P
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