25.07.2004
26.07.2004
25.07.2004
Spät erwacht machten wir uns auf den Weg. Erster Stopp: Frühstück bei Burger King. War sowieso schon eher Mittagessen als Frühstück. Danach setzten wir als nächstes Ziel Pendennis Castle auf die Karte.
Allerdings war das ein ganzes Stück weit weg, so dass wir unterwegs noch an anderen Stellen halt machen konnten. Namentlich waren das Restormel Castle - eine Ruine einer Runden Burg aus dem 16. Jahrhundert - und Truro, wo wir meinem Austauschpartner von vor 2 Jahren heimsuchen wollten. Der war aber nicht zu Hause (seine Katze, die meinte, das Auto von innen erkunden zu müssen, schon), also machten wir uns wieder auf den Weg.
Inzwischen war es aber schon zu spät, um sich Pendennis Castle noch anzuschauen. Also haben wir es aus der Route genommen und sind direkt nach Land's End weitergefahren. Dort angekommen stellten wir fest, dass schon alle Postkarten-Kaufmöglichkeiten zu hatten und auch sonst eher tote Hose war. Das Meer und die Klippen allerdings machen nicht Feierabend und ließen sich bereitwillig noch ungefähr 120 mal fotografieren, von diversen Positionen und aus verschiedenen Blickwinkeln, mit verschieden vielen Personen im Bild.
Eineinhalb vollgeknipste Speicherkarten später fuhren wir wieder los, wieder landein. Heute hatten wir mal Glück und fanden ein Bed & Breakfast nach 2 Kilometern, das auch Zimmer frei hatte. Da wir noch nichts gegessen hatten, fragten wir, wo man denn in der Nähe was leckeres kriegen könnte. Einen Inder und einen Chinesen gab es. Da unser letzter Versuch mit indischer Küche zwar lecker aber unscharf verlaufen war, entschieden wir uns für den Inder. Simbabque bestellte "Chicken Vindaloo" und ich "Karahi Chicken", dazu noch Reis und Nan-Brot. Nach einigem Suchen fanden wir sogar hier Internet und machten es uns bequem. Während ich postete und updatete, konnte Simbabque schon essen. Seins war wohl recht scharf, da er es nach etwa der Hälfte der örtlichen Kleintier-Bevölkerung zur Verfügung stellte. Meins war lecker, aber auch nur mäßig scharf. Simbabques fand ich genießbar ;)
Aufgegessen und den fettigen Müll entsorgt und ab zum Bett. Dort haben wir noch ein bisschen gelesen und sind dann eingepennt.
8tImER
26.07.2004
Nach einer erholsamen Nacht gab es erst einmal ein gutes englisches Frühstück. War zwar leider etwas aufgewärmt, aber trotzdem lecker. Gut gestärkt ging es dann weiter.
Zuerst einmal wieder Richtung Land's End, um noch ein paar Postkarten zu kaufen. Was uns da erwartete war schier unglaublich. Der am Vorabend so leergefegte Parkplatz war übersäht mit Autos und Touristen. Dazu kam die Schlange vor der Einfahrt, für die eine Parkgebühr von £ 3 fällig sein sollte. Der nette Mann im Kassenhäschen glaubte allerdings, dass wir nur schnell Postkarten kaufen wollten und ließ uns umsonst rein.
Als ich nach zehn Minuten zum Auto zurückkehrte, waren noch mal 40 Autos auf dem Parkplatz dazugekommen. :-|
Wir fuhren weiter nach Pendennis Castle, dass uns in Dover von einem English Heritage-Menschen nahegelegt worden war. Die Reise ging wie immer über große, kleine und sehr kleine Straßen. Irgendwann erreichten wir die Festung dann auch. Sie diente früher dazu, eine Bucht zu verteidigen. Natürlich standen auch wieder einige Kanonen aus dem zweiten Weltkrieg in der Gegend herum. In einem der Gebäude, das zu einem Museum umfunktioniert war, hing eine Ausstellung des englischen Cartoonisten Butterworth, der wohl zu Lebzeiten (etwa im zweiten Weltkrieg) die Deutschen nicht so gern gemocht hat...
Als wir genug von Pendennis hatten, fuhren wir weiter. Das nächste Ziel war eine japanische Gartenausstellung in St. Mawgan. Auf dem Weg dorthin überholte uns ein deutscher Opel aus WW. Wir rätselten herum, wo das sein könnte, aber wussten es nicht. Irgendwann bogen wir dann von der 'Autobahn' ab, und der Deutsche blieb drauf. Nach einigen weiteren kleinen und engen Straßen fanden wir die Japanese Garden + Bonsai Nursery.
Sie lag mitten im Wald am Rand des kleinen Ortes St. Mawgan. Innendrinn sah es aber so garnicht nach englischem Wald aus. Ein sehr schön angelegter Garten mit einem kleinem Fluss, mehreren Brücken und einem Teich. Und vieeeeele Bonsaibäumchen. Selbige konnte man dort auch zu vergleichsweise geringen Preisen erstehen, aber leider fehlt uns ja die Transportmöglichkeit.
Es ging also weiter nach Ilfracombe und Combe Martin, zwei Orte an der Nordküste Cornwalls, auf die wir bereits in Deutschland aufmerksam gemacht worden waren ;)
Bis dahin kamen wir aber nicht. Wir fuhren irgendwann, etwa 60km vorher, unglücklicherweise links in eine Straße. Das stellte sich als Fehler heraus, da es mehr ein geteerter Weg als eine Straße war. Nach einem Kilometer stand plötzlich ein Panzer am Straßenrand. Zum Glück diente der nur als Schild am Eingang eines Gebiets, was wie eine Panzerfahrschule, in der man einfach mal das Panzerfahren ausprobieren kann, aussah. Noch einige Kilometer später sahen wir hinter einem Hügel erst eine große weiße Kuppel und kurz darauf einen Haufen Satellitenschüsseln. Große Satellitenschüsseln. Der Straße folgend kamen wir zu einem riesigen, fünffach eingez&aauml;nten Areal, das mit vielen "Sperrgebiet"-Schildern versehen war, und die übergroßen Radioteleskope enthielt. GCHQ stand auf einem Schild am Tor. Fotos haben wir davon keine gemacht, weil überall Kameras hingen und auf CCTV (Überwachungskameras) hingewiesen wurde. Nach weiteren fünf Kilometern fanden wir aus dem Labyrinth von zu kleinen Straßen wieder heraus und setzten unsere Fahrt auf der normalen Straße fort.
Als wir einige Zeit später ein Jugendherbergsschild entdeckten, fackelten wir nicht lange, sondern folgten ihm. Vielleicht hatten wir ja dieses Mal Glück. Der Weg war auf jeden Fall schon einmal eine Tortur. Nicht nur, dass es wieder so kleine enge Straßen waren, diesmal mussten wir durch eine eingezänte Viehherde fahren. Die Straße führte direkt durch eine Wiese mit Rindern. Juhu. Erst Kühe in Bunkern, und jetzt auch noch Kühe auf der Straße. Die Steaks-in-Spe verhielten sich aber recht friedlich und ließen uns passieren.
Irgendwann erreichten wir dann die Jugendherberge und stellten zu unserer Überraschung fest, dass wir nicht die ersten waren, die diese Idee hatten. Unser neuer Freund aus WW, was übrigens Westerwald heißt, war auch da. Wir bekamen ein Zimmer und tauschten erstmal mit den anderen Deutschen Erfahrungen aus. Man erzählte uns, dass bisher nur in Jugendherbergen geschlafen worden war, und das diese hier mit Abstand die schäbigste sei. Wir wurden dann nach geraumer Zeit aus dem Aufenthaltsraum geworfen, weil die Betreuerin nach Hause gehen wollte.
Jetzt sind wir beide Mitglieder in der YHA und können in jeder Jugendherberge schlafen. Toll. Die Dusche war klein und widerlich und hatte kaum Wasserdruck, die eine von zwei Toilettentüren war nicht verschließbar und überhaupt war für £ 12,60 alles ziemlich klein und schlecht.
Angewidert von der Idee, in ein Bettlaken hineinkrabbeln zu müssen, übernachteten wir mit unseren Schlafsäcken in viel zu kleinen Betten.
simbabque
Kommentar schreiben26.07.2004
25.07.2004
Spät erwacht machten wir uns auf den Weg. Erster Stopp: Frühstück bei Burger King. War sowieso schon eher Mittagessen als Frühstück. Danach setzten wir als nächstes Ziel Pendennis Castle auf die Karte.
Allerdings war das ein ganzes Stück weit weg, so dass wir unterwegs noch an anderen Stellen halt machen konnten. Namentlich waren das Restormel Castle - eine Ruine einer Runden Burg aus dem 16. Jahrhundert - und Truro, wo wir meinem Austauschpartner von vor 2 Jahren heimsuchen wollten. Der war aber nicht zu Hause (seine Katze, die meinte, das Auto von innen erkunden zu müssen, schon), also machten wir uns wieder auf den Weg.
Inzwischen war es aber schon zu spät, um sich Pendennis Castle noch anzuschauen. Also haben wir es aus der Route genommen und sind direkt nach Land's End weitergefahren. Dort angekommen stellten wir fest, dass schon alle Postkarten-Kaufmöglichkeiten zu hatten und auch sonst eher tote Hose war. Das Meer und die Klippen allerdings machen nicht Feierabend und ließen sich bereitwillig noch ungefähr 120 mal fotografieren, von diversen Positionen und aus verschiedenen Blickwinkeln, mit verschieden vielen Personen im Bild.
Eineinhalb vollgeknipste Speicherkarten später fuhren wir wieder los, wieder landein. Heute hatten wir mal Glück und fanden ein Bed & Breakfast nach 2 Kilometern, das auch Zimmer frei hatte. Da wir noch nichts gegessen hatten, fragten wir, wo man denn in der Nähe was leckeres kriegen könnte. Einen Inder und einen Chinesen gab es. Da unser letzter Versuch mit indischer Küche zwar lecker aber unscharf verlaufen war, entschieden wir uns für den Inder. Simbabque bestellte "Chicken Vindaloo" und ich "Karahi Chicken", dazu noch Reis und Nan-Brot. Nach einigem Suchen fanden wir sogar hier Internet und machten es uns bequem. Während ich postete und updatete, konnte Simbabque schon essen. Seins war wohl recht scharf, da er es nach etwa der Hälfte der örtlichen Kleintier-Bevölkerung zur Verfügung stellte. Meins war lecker, aber auch nur mäßig scharf. Simbabques fand ich genießbar ;)
Aufgegessen und den fettigen Müll entsorgt und ab zum Bett. Dort haben wir noch ein bisschen gelesen und sind dann eingepennt.
8tImER
26.07.2004
Nach einer erholsamen Nacht gab es erst einmal ein gutes englisches Frühstück. War zwar leider etwas aufgewärmt, aber trotzdem lecker. Gut gestärkt ging es dann weiter.
Zuerst einmal wieder Richtung Land's End, um noch ein paar Postkarten zu kaufen. Was uns da erwartete war schier unglaublich. Der am Vorabend so leergefegte Parkplatz war übersäht mit Autos und Touristen. Dazu kam die Schlange vor der Einfahrt, für die eine Parkgebühr von £ 3 fällig sein sollte. Der nette Mann im Kassenhäschen glaubte allerdings, dass wir nur schnell Postkarten kaufen wollten und ließ uns umsonst rein.
Als ich nach zehn Minuten zum Auto zurückkehrte, waren noch mal 40 Autos auf dem Parkplatz dazugekommen. :-|
Wir fuhren weiter nach Pendennis Castle, dass uns in Dover von einem English Heritage-Menschen nahegelegt worden war. Die Reise ging wie immer über große, kleine und sehr kleine Straßen. Irgendwann erreichten wir die Festung dann auch. Sie diente früher dazu, eine Bucht zu verteidigen. Natürlich standen auch wieder einige Kanonen aus dem zweiten Weltkrieg in der Gegend herum. In einem der Gebäude, das zu einem Museum umfunktioniert war, hing eine Ausstellung des englischen Cartoonisten Butterworth, der wohl zu Lebzeiten (etwa im zweiten Weltkrieg) die Deutschen nicht so gern gemocht hat...
Als wir genug von Pendennis hatten, fuhren wir weiter. Das nächste Ziel war eine japanische Gartenausstellung in St. Mawgan. Auf dem Weg dorthin überholte uns ein deutscher Opel aus WW. Wir rätselten herum, wo das sein könnte, aber wussten es nicht. Irgendwann bogen wir dann von der 'Autobahn' ab, und der Deutsche blieb drauf. Nach einigen weiteren kleinen und engen Straßen fanden wir die Japanese Garden + Bonsai Nursery.
Sie lag mitten im Wald am Rand des kleinen Ortes St. Mawgan. Innendrinn sah es aber so garnicht nach englischem Wald aus. Ein sehr schön angelegter Garten mit einem kleinem Fluss, mehreren Brücken und einem Teich. Und vieeeeele Bonsaibäumchen. Selbige konnte man dort auch zu vergleichsweise geringen Preisen erstehen, aber leider fehlt uns ja die Transportmöglichkeit.
Es ging also weiter nach Ilfracombe und Combe Martin, zwei Orte an der Nordküste Cornwalls, auf die wir bereits in Deutschland aufmerksam gemacht worden waren ;)
Bis dahin kamen wir aber nicht. Wir fuhren irgendwann, etwa 60km vorher, unglücklicherweise links in eine Straße. Das stellte sich als Fehler heraus, da es mehr ein geteerter Weg als eine Straße war. Nach einem Kilometer stand plötzlich ein Panzer am Straßenrand. Zum Glück diente der nur als Schild am Eingang eines Gebiets, was wie eine Panzerfahrschule, in der man einfach mal das Panzerfahren ausprobieren kann, aussah. Noch einige Kilometer später sahen wir hinter einem Hügel erst eine große weiße Kuppel und kurz darauf einen Haufen Satellitenschüsseln. Große Satellitenschüsseln. Der Straße folgend kamen wir zu einem riesigen, fünffach eingez&aauml;nten Areal, das mit vielen "Sperrgebiet"-Schildern versehen war, und die übergroßen Radioteleskope enthielt. GCHQ stand auf einem Schild am Tor. Fotos haben wir davon keine gemacht, weil überall Kameras hingen und auf CCTV (Überwachungskameras) hingewiesen wurde. Nach weiteren fünf Kilometern fanden wir aus dem Labyrinth von zu kleinen Straßen wieder heraus und setzten unsere Fahrt auf der normalen Straße fort.
Als wir einige Zeit später ein Jugendherbergsschild entdeckten, fackelten wir nicht lange, sondern folgten ihm. Vielleicht hatten wir ja dieses Mal Glück. Der Weg war auf jeden Fall schon einmal eine Tortur. Nicht nur, dass es wieder so kleine enge Straßen waren, diesmal mussten wir durch eine eingezänte Viehherde fahren. Die Straße führte direkt durch eine Wiese mit Rindern. Juhu. Erst Kühe in Bunkern, und jetzt auch noch Kühe auf der Straße. Die Steaks-in-Spe verhielten sich aber recht friedlich und ließen uns passieren.
Irgendwann erreichten wir dann die Jugendherberge und stellten zu unserer Überraschung fest, dass wir nicht die ersten waren, die diese Idee hatten. Unser neuer Freund aus WW, was übrigens Westerwald heißt, war auch da. Wir bekamen ein Zimmer und tauschten erstmal mit den anderen Deutschen Erfahrungen aus. Man erzählte uns, dass bisher nur in Jugendherbergen geschlafen worden war, und das diese hier mit Abstand die schäbigste sei. Wir wurden dann nach geraumer Zeit aus dem Aufenthaltsraum geworfen, weil die Betreuerin nach Hause gehen wollte.
Jetzt sind wir beide Mitglieder in der YHA und können in jeder Jugendherberge schlafen. Toll. Die Dusche war klein und widerlich und hatte kaum Wasserdruck, die eine von zwei Toilettentüren war nicht verschließbar und überhaupt war für £ 12,60 alles ziemlich klein und schlecht.
Angewidert von der Idee, in ein Bettlaken hineinkrabbeln zu müssen, übernachteten wir mit unseren Schlafsäcken in viel zu kleinen Betten.
simbabque
Kommentare:
momom am 28.07. um 16:02
Finde Eure Lektüre richtig gut und amüsant. Wie ist das denn so mit der Linksfahrerei?? Viel Erfolg bei der Zimmersuche!